1. Die Geschichte des Freitauchens

Die Geschichte des Tauchens begann vor über 2000 Jahren und sie war zu Beginn die Geschichte des Apnoe- oder Freitauchens, also des Tauchens mit angehaltenem Atem. Denn bevor die Menschen in der Renaissance erstmals ernsthaft mit ersten Tauchapparaten und -hilfsmitteln zu experimentieren begannen, war das Apnoetauchen der einzige Weg an Perlmuscheln, rote Korallen, Schwämme oder andere Meeresfrüchte zu kommen. Bereits zu Zeiten des griechischen Dichters Homer im 8. Jahrhundert v. Chr. stiegen die Schwammtaucher des Mittelmeers auf zwanzig bis dreißig Meter hinab, um Badeschwämme zu ernten.

Neben wirtschaftlichen Interessen gab es schon früh eine zweite treibende Kraft, die die Kunst des Freitauchens perfektionierte: das Militär. Bereits vor rund 2400 Jahren schilderten verschiedene Geschichtsschreiber das Wirken der Kampftaucher, deren Aufgabe es war, unter feindliche Boote zu tauchen um deren Rumpf anzubohren, die Ankertaue zu kappen oder auch geheime Botschaften zu überbringen.
Als Sparta im 4. Jahrhundert v. Chr. von den Athenern belagert wurde, ließen sich dessen Einwohner von Tauchern mit dem Notwendigsten versorgen.

In den letzten Jahren hat das Apnoetauchen zahlreiche neue Freunde gefunden. In einigen Tauchvereinen ist es zum festen Bestandteil des Trainings geworden und Apnoeseminare erfreuen sich steigender Beliebtheit. Wenngleich die größte Faszination für die Öffentlichkeit sicherlich von der Jagd nach der ultimativen Tiefe ausgeht, wird sich die Mehrheit der Apnoeisten nie in diesem Bereich bewegen. Für sie liegt die Faszination Apnoetauchen in der Erfahrung, ohne Gerät selbstsicher die Zeit und die Erlebnisse unter Wasser genießen zu können. Ihr Training gilt nicht dem Aufstellen von Rekorden, sondern der Verbesserung der eigenen Fähigkeiten unter Wasser und den intensiven Erfahrungen mit der Leistungsfähigkeit des eigenen Körpers.

Quelle: Apnoetauchen, Grundlagen, Trainigstipps, Praxis || Dagmar Andres-Brümmer

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